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Der Kunst-Garten

Gartenentwürfe von Joseph Furttenbach 1591-1667

Max Stemshorn (Hg.)
Süddeutsche Verlagsgesellschaft,
Ulm 1999


Mit Texten von Susanne Grötz, Ursula Quecke und Max Stemshorn

Lediglich die verkehrsreiche Furttenbachstraße erinnert in Ulm noch an seinen Namen. Längst zerstört ist das von ihm 1641 im ehemaligen Binderhof neben der Dreifaltigkeitskirche in Ulm nach italienischem Vorbild errichtete Theater, das erste deutsche Stadttheater. Auch eine von ihm unter großen Schwierigkeiten erbaute deutsche Schule oder ein 1638 vor den Toren der Stadt nach Ausbruch einer Pestepidemie errichtetes großes, den Erfordernissen angepasstes Krankenhaus stehen nicht mehr. Furttenbachs Wohnhaus, Ecke Sterngasse/Ulmergasse, in dem er auch eine umfangreiche Sammlung von Kunstwerken und Raritäten ausstellte und das seinerzeit von vielen Fremden besucht wurde, fiel 1944 den Bomben zum Opfer. Von seinem aufwendigen Garten mit dem Brunnenpavillon und den gezirkelten Rabatten, auf denen im Frühjahr die seinerzeit unglaubliche Zahl von 100 Tulpen erblühten - damals eine Kostbarkeit – war bis dahin längst nichts mehr zu sehen. Die einzigen Bauten, die noch vom Wirken Joseph Furttenbachs als Ratsdeputierter des Bauamtes der Stadt Ulm zeugen, sind einige von ihm geplante Soldatenhäuser auf der Stadtmauer.

Joseph Furttenbach wurde 1591 im oberschwäbischen Leutkirch geboren. Ab 1608 hielt er sich über zehn Jahre in Mittel- und Oberitalien auf. Dort setzte er sich intensiv mit Architektur, Gartenkunst, Theater- und Bühnentechnik auseinander und hatte Kontakte zu bekannten Künstlern und Gelehrten wie Galileo Galilei. Nach Deutschland zurückgekehrt trat Furttenbach 1621 in die Leitung eines Ulmer Handelshauses ein. Neben seiner lebenslangen Tätigkeit als Kaufmann bekleidete Joseph Furttenbach verschiedene öffentliche Ämter. 1636 erhielt er einen Sitz im Rat der Stadt. Während dieser Zeit gab Furttenbach zahlreiche Bücher heraus, in denen er Idealentwürfe von Gebäuden, Gärten, Theatern und anderem veröffentlichte.

Das Buch erschien in Zusammenhang mit der gleichnamigen Ausstellung im Stadthaus Ulm.




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